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Volkskrankheit Depression

Waren Depressionen von einigen Jahrzehnten noch weitgehend unbekannt, so kann man sie aufgrund von wachsendem Leistungsdruck in der Gesellschaft, als eine Art neuer Volkskrankheit betrachten. Die Forschung geht davon aus, dass etwa 17 % der Bevölkerung einmal im Leben an einer Depression erkranken wird.

Wie kann man eine normale Gemütsverstimmung, die wohl jeden ab und zu befällt, von einer echten Depression unterscheiden? Bei einer Depression sind alle Bereiche der Persönlichkeit, der Psyche und des Alltags, davon betroffen: das Denken, Fühlen, Handeln und das körperliche Befinden, ist hier beeinträchtigt. Das augenfälligste Merkmal einer Depression ist das negative und pessimistische Denken, es beherrscht den Betroffenen und vermittelt ihm das Gefühl, dass alles sinnlos ist und dass es keine Freude mehr gibt. Depressive Menschen quälen sich mit Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen, sie glauben nie mehr gesund und glücklich werden zu können.

Eine Depression geht auch mit verschiedenen körperlichen Symptomen einher, wie einer tiefgreifenden Erschöpfung. Der Erkrankte ist nicht mehr im Stande einfache Entscheidungen zu treffen, oder wird im Gegenteil von einer starken inneren Unruhe befallen. Oft führen diese Zustände zu Schlafstörungen und auch zu Ess- oder Sexualstörungen. Depressive essen entweder zu viel oder magern im Gegenteil stark ab, weil der Appetit fehlt. Auch körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenbeschwerden oder auch Herzschmerzen, können Begleiterscheinungen einer Depression sein.

Oft werden gerade sehr erfolgreiche Menschen von Depressionen befallen, hier scheint der wachsenden Leistungsdruck einer der Ursachen zu sein. In unserer Gesellschaft wird Schwäche nicht akzeptiert und wer die geforderte Leistung auf Dauer nicht bringen kann, fühlt sich ausgegrenzt und wertlos.

Depression ist kein Schicksal gegen dass es keine Hilfe gibt, wer erkrankt kann vielfältige Hilfe bekommen. Wichtig ist es hier sich nicht abzukapseln, sondern den Schritt nach vorne zu machen und sich professionelle Hilfe zu suchen.

Arzneimittel: Patienten fühlen sich zu wenig über Risiken und Nebenwirkungen informiert

Menschen mit einer chronischer Krankheit müssen in der Regel mehrere Arzneimittel einnehmen. Oft sind dies ältere Menschen, die medizinische Informationen schlecht verstehen oder sie nicht im Gedächtnis behalten. Eine regelmäßige Arzneimittelberatung durch den Hausarzt ist daher besonders für diese Gruppe sehr wichtig. Renommierte Online-Apotheke mit Arzt

Ergonomie am Arbeitsplatz

Die Ergonomie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft. Sie zielt darauf ab, die Arbeitsbedingungen für die Menschen so zu verbessern, dass Gesundheitsgefährdungen vermieden werden und das Wohlergehen bei der Arbeit gesteigert wird. Ergonomie spielt eine große Rolle bei der Entwicklung von sicheren und komfortabel zu nutzenden Produkten (zum Beispiel ergonomische Büromöbel oder Computerzubehör).

Daneben ist die Ergonomie aber auch ein Teilgebiet der Arbeitswissenschaft. Bei der ergonomischen Arbeitsgestaltung kommt es darauf an, eine effiziente und fehlerfreie Arbeitsausführung sicher zu stellen und das Personal vor gesundheitlichen Schäden auch bei langfristiger Ausübung einer Tätigkeit zu schützen. Damit besitzt die Ergonomie eine große Bedeutung in den Bereichen präventiver Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Humanität.

Ähnlich dem Wort "Bio" ist auch das Wort "Ergonomie" zu einem Modewort geworden, wobei seine Benutzung keinen rechtlichen Regelungen unterworfen ist. Jedes Produkt kann als "ergonomisch" bezeichnet werden - und heute ist dies auch immer häufiger der Fall. Wichtig für den Verbraucher ist daher, sich über ergonomische Produkte vor dem Kauf umfassend zu informieren. Im Internet gibt es viele informative Web-Seiten zu dem Thema. Beim Kauf von ergonomischen Möbeln oder Computerzubehör sollte ein Ergonomie Fachgeschäft oder ein Ergonomieberater konsultiert werden. Denn die Ergonomie ist eine individuelle Angelegenheit: Jeder Mensch hat einen anderen Körperbau und andere Gewohnheiten, so dass es zum Beispiel nicht den perfekten ergonomischen Bürostuhl gibt, sondern nur den für einen bestimmten Menschen optimalen Stuhl.

Empfehlung: Büromöbel oder Computerzubehör

Gesundheitsrisiko Rauchen

Jeder der raucht weiß, dass es der Gesundheit schadet, aber die wenigsten sind sich der Auswirkungen, die das Rauchen auf ihren Körper hat, wirklich und umfassend bewusst. In Ländern wie Deutschland und Österreich sterben täglich etwa 300 Menschen an den Folgen ihrer Sucht.

Das bekannteste Risiko eines Rauchers ist das, an Krebs zu erkranken. Dabei steht der Krebs an den Atmungsorganen sicherlich an der Spitze. Aber auch in der Mundhöhle, der Zunge, dem Rachen, sowie Kehlkopf, Speiseröhre und der Luftröhre, kann Krebs entstehen. Über 90% der Lungenkrebspatienten sind Raucher, das allein müsste schon abschreckend genug wirken, aber die gesundheitlichen Gefahren gehen noch viel weiter. Wer raucht hat ein stark erhöhtes Risiko an Arteriosklerose zu erkranken. Dadurch steigt das Risiko an Herz oder Kreislauferkrankungen zu sterben oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Aber nicht nur das Herz – Kreislaufsystem wird durch das Rauchen geschädigt, auch das Gehirn leidet mit zunehmender Dauer des Rauchens. Das Lernvermögen ist eingeschränkt und  auch das Gedächtnis wird durch die Stoffe in den Zigaretten auf Dauer gemindert. Die meisten Raucher bemerken selbst dass ihr Geruchssinn nachlässt und auch der Geschmackssinn wird durch das Rauchen geschwächt. Durch die schlechtere Durchblutung kommt es zu einer viel früher auftretenden altersbedingten Degeneration der Netzhaut. Auch eine Parondontose kann bei einem Raucher viel früher eintreten, als bei jemand der nicht raucht.

Wer selbst zur Zigarette greift, setzt sich mehr oder weniger bewusst all diesen Risiken aus und muss letztendlich selbst entscheiden, ob er sich das antut oder nicht. Keine Wahl haben dagegen die Menschen die durch Passivrauchen praktisch dazu gezwungen werden, all die Stoffe einzuatmen, die ein Raucher in die Luft bläst. Hier kann nur ein stärkerer Nichtraucherschutz dazu beitragen, wenigstens diese Menschen vor den Folgen des Rauchens zu schützen.

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Wie erreiche ich einen schnellen Muskelaufbau?

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Neue Influenza: Verlauf nicht vorhersehbar – Schutzmaßnahmen lückenhaft

Die Neue Influenza A/H1N1, wie die "Schweinegrippe" offiziell heißt, kann einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen. Die meisten Patienten erholen sich schnell, vor allem wenn sie rechtzeitig wirksame Medikamente erhalten. Bei anderen kann die Erkrankung zu einem tödlichen Risiko werden, wie zwei Krankengeschichten in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2009) zeigen.

Bei der 27-jährigen Frau, über die Dr. Sabine Wicker vom Betriebsärztlichen Dienst der Universität Frankfurt berichtet, begann die Erkrankung mit Halsschmerzen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Als sie zwei Tage später innerhalb von einer Stunde 40 Grad Fieber bekam, ahnte sie, dass sie an der Schweinegrippe erkrankt war. Sie gehörte nämlich zum Team, das im Juli 2009 an der Universität Frankfurt eine Gruppe von Patienten betreute, die sich auf Mallorca mit dem Virus der Neuen Influenza angesteckt hatten. Seit dem Eintreffen dieser Gruppe waren sieben Tage vergangen, als die junge Frau selbst in der Klinik behandelt werden musste. Nach einem positiven Schnelltest wurde sie sofort mit den Medikamenten Tamiflu® und Relenza® behandelt. Beide sind Neuraminidase-Hemmer, die Grippeviren und damit auch die Neue Influenza bekämpfen. Schon zwei Tage später war die Patientin durchgehend fieberfrei und nach drei weiteren Tagen waren keine Viren im Blut mehr nachweisbar.

Laut Dr. Wicker war die Frau die zweite Krankenschwester, die sich in Deutschland bei Patienten mit der Neuen Grippe angesteckt hatte. In den USA waren bereits im Juni 48 Erkrankungen unter Beschäftigen des Gesundheitswesens bekannt geworden. Und nachdem in Kalifornien eine Krankenschwester an der Infektion gestorben war, waren die Ärzte in Frankfurt alarmiert.

Die Krankengeschichte zeigt, dass medizinisches Personal ein erhöhtes Risiko gegenüber der Grippe trägt. Schutzmaßnahmen können eine Ansteckung nicht immer verhindern. Die Patientin versicherte nach Einschätzung von Dr. Wicker glaubhaft, dass sie Schutzhandschuhe, Überkittel, Schutzbrille und eine spezielle Atemmaske (FFP3) getragen habe. Die Betriebsärztin rät Ärzte und Pflegekräften deshalb dringend, sich gegen die Grippe impfen zu lassen.

Bei einem zweiten Patienten, über den Dr. Sebastian Weber vom St. Elisabeth Krankenhaus in Köln berichtet, hatten die Ärzte die H1N1-Infektion nicht gleich erkannt. Der 52-jährige Mann war in der Klinik bekannt, schreibt Dr. Weber. Er sei zuvor wegen wiederholter akuter Entzündungen der Bauchspeicheldrüse behandelt worden, die Folge eines langjährigen Alkoholkonsums waren. Er hatte einen leichten Bluthochdruck und seine Lunge war durch langjähriges Rauchen geschädigt. Die Klinik hatte er aufgesucht, nachdem sich Husten sowie Fieber mit Schüttelfrost nicht besserten, die er – ohne Rücksprache mit einem Arzt – seit drei Tagen mit einem Antibiotikum behandelt hatte. Antibiotika sind gegen Vireninfektionen wie H1N1 nicht wirksam. Auch die Ärzte vermuteten zunächst eine schwere durch Bakterien ausgelöste beidseitige Lungenentzündung. Erst nach drei Tagen wurde eine Virusinfektion erkannt und eine Therapie mit Neuraminidase-Hemmern begonnen. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Mann bereits maschinell beatmet. Er überlebte die schwere Erkrankung nur, weil er rechtzeitig in ein Behandlungszentrum transportiert wurde. An der Universität Bonn wurde sein Blut über ein Spezialgerät, das die Lungenfunktion ersetzt, außerhalb des Körpers mit Sauerstoff versorgt. Inzwischen kann er wieder selbstständig atmen. Nach Einschätzung von Dr. Weber wird er die schwere Infektion überleben. Der Fall zeige, dass die Neue Influenza mit ihren bisher nur im Ausland beobachteten schweren und tödlichen Verläufen in Deutschland angekommen ist. Auch Dr. Weber vertritt die Ansicht, dass Ärzte und Pflegepersonal sich durch Impfung vor der Neuen Influenza schützen sollten.

S. Wicker et al.:
Neue Grippe H1N1/2009: Infektionsübertragung auf medizinisches Personal.
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2009; 134 (48): S. 2443-2446

S. A. Weber et al.:
Fulminante, lebensbedrohliche Influenza-A/H1N1-Virusinfektion.
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2009; 134 (48): S. 2447-2450

Halsschmerzen, Kopfschmerzen: Symptome für Schweinegrippe?

Wer in diesen Tagen über Halsschmerzen oder Kopfschmerzen klagt, wird sicher auch die Vermutung haben, dass es sich um die Schweinegrippe handelt. Dabei ist das Feld der Symptome bei dieser Krankheit durchaus vielfältig.

Zunächst einmal sind die Symptome einer Schweinegrippe dieselben wie bei einer ganz normalen Grippe. Es beginnt mit Gliederschmerzen und Halsschmerzen, eventuell kommt noch Husten mit dazu. Wie soll man unterscheiden ob es sich um die ganz gewöhnliche saisonale Virusgrippe oder um die Schweinegrippe handelt? Hier kann nur ein Test beim Arzt eindeutige Ergebnisse liefern.

Das Robert Koch Institut hat folgende Falldefinition heraus gegeben, handelt es sich um einen Virus Influenza-A-H1N1 dann sind mindestens einmal Fieber (38° oder höher) gemessen worden sein. Außerdem müssen noch wenigstens 2 der Symptome auftreten, also entweder Schnupfen oder verstopfte Nase oder Halsschmerzen oder Husten und Atemnot.

Leider treten dieselben Symptome auch bei einer ganz gewöhnlichen Grippe auf und nur ein Test kann eindeutige Beweise für das Auftreten der Schweinegrippe bringen. Bei einer gewöhnlichen Erkältung kommen die Beschwerden aber eher langsam, anders bei der Schweinegrippe. Sie setzt sehr schnell ein und ist so können Glieder und Muskeln sehr schnell schmerzen, Husten und Fieber können auftreten, aber auch Durchfall.

Die Schweinegrippe ist in ihrem Verlauf zwar milder als die saisonale Grippe, auch dauert sie nicht so lange wie diese, aber sie ist sehr ansteckend. Wer die oben genannten Symptome an sich feststellt, sollte den Arzt informieren. Es wäre aber fatal sich einfach ins Wartezimmer zu setzen und dort seine Viren an die anderen Patienten zu verteilen. Hier ist angeraten, den Arzt darüber zu informieren, dass es sich eventuell um einen Fall von Schweinegrippe handeln könne. Er wird den Kranken dann eventuell von den anderen Patienten separieren um eine weitere Ansteckung zu verhindern.

Vorteile einer Versandapothke

Eine Versandapotheke hat zahlreiche Vorteile, gegen die es im Grunde nichts einzuwenden gibt. Ein großer Vorteil der Versandapotheke ist die Übersichtlichkeit, die schon während des Stöberns in der Onlineapotheke gegeben ist. Dadurch findet man alles recht schnell und einfach und oft stößt man beim Durchschauen der verschiedenen Kategorien sogar noch auf neue und interessante Produkte.

DEGUM: Schwangerschaftsvorsorge verbessern

Berlin, September 2009 - Die meisten angeborenen Herzfehler werden trotz Schwangerschaftsvorsorge erst nach der Geburt entdeckt. Mit höheren Standards für Ärzte und modernen Geräten könnte die Rate deutlich gesteigert werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) fordert deshalb neue Qualitätsstandards.

„Noch immer sterben viele Kinder mit Herzfehlern nach der Geburt“, sagt Privatdozentin Dr. Annegret Geipel, Ultraschallexpertin und Gynäkologin am Universitätsklinikum Bonn. Jeder fünfte Todesfall in den ersten Lebenstagen und jeder zweite Todesfall aufgrund angeborener Fehlbildungen im ersten Jahr sei auf Herzfehler zurückzuführen.

Wird der Herzfehler frühzeitig erkannt, können die Kinder gleich nach der Geburt in speziellen Zentren betreut werden. Die Mutterschaftsrichtlinien sehen ein Screening beim sogenannten „Routine-Ultraschall“ zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche vor. Diese Chance wird nach Ansicht von Dr. Geipel derzeit nicht optimal genutzt. „Die Ärzte sollen nur auf allgemeine Auffälligkeiten wie Form und Aktion des Herzens achten”, erläutert die Expertin: „Mithilfe moderner Geräte können qualifizierte Ärzte Einzelheiten der Herzwände und der Blutströmung beurteilen.“ Im Vierkammerblick, der Darstellung aller Herzhöhlen, könnten unter optimalen Bedingungen 40 bis 50 Prozent aller Herzfehler entdeckt werden, weitere 20 bis 30 Prozent durch die Beurteilung der Ausflusstrakte. Daher haben andere nationale Gesundheitssysteme, beispielsweise der National Health Service (NHS) in Großbritannien, die Beurteilung von Vierkammerblick und Ausflusstrakten verbindlich in das Screeningprogramm in der 20. Schwangerschaftswoche aufgenommen. „Beim Ultraschall hängt ein Erfolg wesentlich von Erfahrung und Qualifikation des Untersuchers ab“, so Dr. Geipel

Die DEGUM hat deshalb Qualitätsstandards formuliert, die über die Anforderungen der Mutterschaftsrichtlinien deutlich hinausgehen. Ihre Umsetzung würde nach Einschätzung von Dr. Geipel die Entdeckungsraten beträchtlich steigern. Wie diese Qualitätsstandards aussehen und worauf Patientinnen bei der Wahl ihrer Ultraschall-ExpertInnen achten sollten, erläutern Experten anlässlich des Pressegesprächs am Mittwoch, den 23. September 2009 in Berlin.

Kombinierte Therapie hilft bei Diabetes Typ 2-Insulinresistenz

Berlin – Eine Ursache des Diabetes Typ 2 besteht in der Unempfindlichkeit der Körperzellen gegenüber der biologische Wirkung von Insulin. Ist diese Insulinresistenz ausgeprägt, wirkt auch das zugeführte Insulin im Rahmen einer Diabetes-Therapie nicht effektiv genug. Sogenannte Insulin-Sensitizer erhöhen die Insulin-Empflindlichkeit wieder. Seit 2007 ist in Deutschland eine kombinierte Therapie des Wirkstoffes Pioglitazon mit Insulin zugelassen. Die kürzlich veröffentlichte Zwischenauswertung einer laufenden Studie zeigt, dass diese Kombination effektiv und sicher ist.

Ärzte können die Kombination aus Insulin plus Insulin-Sensitizer Pioglitazon bei Menschen mit Diabetes Typ 2 und einer ausgeprägten Insulinresistenz einsetzen. Eine weitere Voraussetzung ist, dass bei ihnen die Standard-Kombination Insulin und Metformin aufgrund von Unverträglichkeiten oder Gegenanzeigen nicht möglich ist. Diesen Patienten gelingt es trotz sehr hoher Insulindosen nicht, den Blutzucker langfristig zu normalisieren.

An der laufenden Studie beteiligen sich mehr als 4000 Patienten, die mit der Kombination Insulin und Pioglitazon behandelt werden. Die Befunde wurden über einen Zeitraum von sechs Monaten erhoben. Eine erste Zwischenauswertung der Daten von 2086 Patienten aus 408 diabetologischen Studienzentren zeigt positive Ergebnisse: „Die Blutzuckerwerte sanken um nahezu einen Prozentpunkt von 8,22 auf 7,26 Prozent“, erläutert Erstautor Privatdozent Dr. med. Rainer Lundershausen, Erfurt. Die Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und diabetesDE empfehlen 6,5 Prozent als Ziel in der Diabetestherapie. Gleichzeitig benötigten die Patienten 22 Prozent weniger Insulin. Eine weitere günstige Begleiterscheinung der Behandlung waren bessere Blutdruck- und Blutfett-Werte der Studienteilnehmer. Die Therapie war mehrheitlich gewichtsneutral: Einige stark Übergewichtige nahmen deutlich ab, während einige andere Patienten an Gewicht zulegten.

Die meisten Patienten vertrugen die Kombination der beiden Medikamente gut. Bei jedem siebten Patienten kam es zu Wassereinlagerungen in den Beinen.  Die Ödeme bildeten sich aber unter der Therapie mit einem harntreibenden Mittel zurück. Kein Patient musste die Therapie deshalb abbrechen. Andere, bereits bekannte Komplikationen von Pioglitazon, wurden nicht beobachtet. Insbesondere können neben Wassereinlagerungen auch Herzschwäche oder erhöhte Anzahl von Knochenbrüchen bei Frauen auftreten.

Erhalten Patienten die Kombinationstherapie zum ersten Mal, sollte der Arzt die Insulindosis individuell reduzieren, um Unterzuckerungen vorzubeugen. diabetesDE und die DDG empfehlen, diese Patienten in den ersten Wochen intensiv zu beobachten, insbesondere im Hinblick auf das Auftreten von Herzinsuffizienzsymptomen. „Die Auswertungen zeigen, dass Pioglitazon in Kombination mit Insulin schneller zur Wirkung kommt als in der Pioglitazon-Monotherapie“, betont Diabetologe Lundershausen. Entscheidend für einen unproblematischen Einstieg in diese Therapieform sei deshalb die kontinuierliche Anpassung der Insulindosis.

Zugelassene Insulin-Sensitizer sind in Deutschland Rosiglitazon und Pioglitazon. Sie erhöhen unter anderem die Insulinempfindlichkeit von Leberzellen, Muskulatur und Fettgewebe: Die Zellen nehmen dadurch mehr Zucker auf. Die Leber hingegen schränkt ihre Glukoseproduktion ein. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel sowohl nüchtern als auch nach Mahlzeiten.

Quelle:
R. Lundershausen, M. Grüneberg, H. Heddaeus, J. Kröger, M. Schönauer, E. Karagiannis:
Effekt einer Kombinationstherapie von Insulin und Pioglitazon bei Typ-2-Diabetikern: Zwischenauswertung einer nicht interventionellen Studie.
Diabetologie und Stoffwechsel 2009; 4: 172-176

DOI 10.1055/s-0028-1098893

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Bluthochdruck im Alter behandeln verlängert Leben

DGIM für konsequente Hochdrucktherapie bei älteren Patienten

Wiesbaden – Auch im hohen Alter gefährdet Bluthochdruck Gesundheit und Leben der Betroffenen. Eine Behandlung kann selbst bei über 80-Jährigen Schlaganfall oder Herzerkrankung vorbeugen. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) fordert deshalb, diese wachsende Gruppe von Menschen nicht von der medikamentösen Therapie auszunehmen. Über die angemessene Behandlung einer Hypertonie bei alten Menschen diskutieren Experten im Rahmen des 115. Internistenkongresses vom 18. bis 22. April 2009 in Wiesbaden.

Im Alter steigt bei vielen Menschen der obere Wert des Blutdrucks – der „systolische“. Der untere, „diastolische“ Blutdruckwert bleibt dagegen konstant oder sinkt sogar. Ursache ist die im Alter abnehmende Elastizität der Hauptschlagader. Sie kann die nach jedem Herzschlag auftretenden Druckspitzen nicht mehr abfangen. „Bis Anfang der 90er Jahre galt dies als eine unvermeidbare Alterserscheinung“, erläutert Kongressvorsitzender Professor Dr. med. Rainer Kolloch, Bielefeld, „ein systolischer Blutdruck von 100 plus Lebensalter galt als normal.“ Heute wisse man, so der Vorsitzende der DGIM, dass diese „isolierte systolische Hypertonie“ eine Gefahr für Gesundheit und Leben älterer Menschen ist.

Mehrere klinische Studien haben belegt, dass eine medikamentöse Behandlung von Vorteil ist: Die Zahl der Schlaganfälle geht um bis zu 30 Prozent zurück, die der Herzinfarkte und verwandter Erkrankungen um 23 Prozent. Auch die Sterblichkeit sinkt. „Die Behandlung der isolierten systolischen Hypertonie kann das Leben der Senioren verlängern“, sagt Professor Dr. med. Rainer Düsing von der Universität Bonn im Vorfeld des Internistenkongresses. Die Leitlinien raten dazu deshalb ab einem oberen Wert von 140 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg).

Leider sei es bei älteren Menschen nicht immer leicht, den oberen Blutdruckwert ausreichend zu senken, ohne dass der untere Wert ebenfalls abfällt. Ein diastolischer Druck von 70 mmHg sollte jedoch zumindest bei Patienten mit vorbestehenden Durchblutungsstörungen des Herzens nicht unterschritten werden, warnt Professor Düsing. Denn dies könne die Durchblutung des Herzens weiter verschlechtern und führe schlimmstenfalls zum Herzinfarkt.

Eine im Jahr 2008 veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass auch im Alter von mehr als 80 Jahren jeder zweite Patient die Zielwerte erreicht und dadurch tödliche Folgen der Hochdruckkrankheit vermeidet. Das „Hypertension in the Very Elderly Trial“ wurde sogar vorzeitig abgebrochen, weil die Zahl tödlicher Schlaganfälle und der Herzerkrankungen deutlich sank. „Die Studie hat die Bedenken bezüglich der Behandlungsrisiken bei hochbetagten Patienten ausgeräumt“, sagt Professor Düsing. Die Notwendigkeit der Therapie einer Hypertonie bei alten und anderen speziellen Patienten ist Thema des 115. Internistenkongresses in Wiesbaden.

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